Mustergliederung | Einfluss auf den Aufbau der Abschlussarbeit | Hinweise für eine gute Arbeit | Gliederungsbeispiele | Literatur

Schritte bis zur Ergebnisdarstellung

Schritte bis zur Ergebnisdarstellung

 

Die Ergebnisdarstellung des Forschungsprozesses erfolgt in der empirischen (Abschluss-)Arbeit.
Dort sind die jeweiligen Schritte und Ergebnisse der Untersuchung beschrieben, erläutert und anschaulich dargestellt.

Leitfrage: Ist der Leser jederzeit fähig, anhand meines Berichts das Vorgehen nachzuempfinden und die Untersuchung analog durchzuführen?

 

 

Mustergliederung

Titel-/Deckblatt
Abstract
Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. Hauptteil
    1. Theoretischer Hintergrund/Forschungsstand
    2. Methode
    3. Auswertung
  3. Zusammenfassung/Schluss

Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Anhang
Eidesstattliche Erklärung

 

 

Einleitung

Die Einleitung verortet das Thema in der eigenen Disziplin und arbeitet seine Relevanz heraus.

Wichtig ist dabei, das Untersuchungsinteresse genau abzugrenzen, die Fragestellung zu konkretisieren und diese auf einzelne Aspekte zuzuspitzen.

Dabei werden Thesen aufgestellt, die die Forschungsarbeit überprüfen/stützen soll, oder Fragen gestellt, die der Beitrag beantworten will.

Die Einleitung stellt auch die Gliederung der Arbeit vor.

Leitfragen

  • Welcher (aktuelle) Anlass besteht zur Untersuchung und/oder wie habe ich zu meinem Thema gefunden?
  • Was wird in der Arbeit behandelt (und was nicht)?
  • Wie ist meine Arbeit im Wesentlichen gegliedert?
  • Worin unterscheidet sich diese Arbeit ggfls. von anderen Arbeiten zu dem Thema?
  • Weiß der Leser nach der Einleitung, was genau ihn im Beitrag erwartet?

 

Theoretischer Hintergrund/Forschungsstand

In diesem Teil der Arbeit werden der aktuelle Forschungstand zum Thema referiert und wesentliche Resultate dargestellt.

Zudem sollen wichtige Aspekte, die an die eigene Forschungsfrage geknüpft sind, herausgearbeitet und ihre Relevanz verdeutlicht werden.

Dabei ist wichtig, kritisch zu bleiben und Theorie und Methodik anderer Forschungen zu hinterfragen. Ebenso ist darauf zu achten, welche Begriffe von welchen Forschern benutzt werden und wie sich diese ggfls. unterscheiden.

Leitfragen

  • Was ist bereits zum Thema bekannt?
  • Was trägt die bisherige Forschung zur Beantwortung meiner Forschungsfrage bei?
  • Habe ich die berücksichtigte Literatur kritisch referiert?
  • Welche Forschungslücken ergeben sich und sind Widersprüche zu erkennen?
  • Welche eigenen Vermutungen (Hypothesen) habe ich als Forschender und wie kann man diese mit dem bisherigen Erkenntnisstand begründen?

 

Methode

In diesem Teil wird der Prozess der Methodenfestlegung transparent gemacht sowie die gewählte Untersuchungsform dargestellt.

Dabei werden u. a. genaue Angaben zum Erhebungsverfahren und -instrument, zur Grundgesamtheit und Stichprobe gemacht.

Leifragen

  • Warum ist die Untersuchungsform geeignet, die Forschungsfrage zu beantworten?
  • Gab es Alternativen?
  • Welche anderen Auswahlkriterien waren relevant (forschungsökonomische etc.)?
  • Wie und über wen wurden Daten gewonnen?
  • Wie will ich die Hypothesen statistisch prüfen und wann sehe ich eine Hypothese als bestätigt an? (z. B. Annehmen einer Korrelation von x und y bei statistischer Signifikanz)

 

Auswertung

Nachdem die Daten erhoben wurden, erfolgt die Auswertung in der Regel mit einem computergestützten Programm (z. B. SPSS). Die Ergebnisdaten werden interpretiert und dienen der Überprüfung der Hypothesen.

Der Teil kann unterschiedlich aufgebaut werden. Z. B. nach thematischen Teilaspekten, neu gefundenen Kategorien, beispielhaft entwickelten Typen (eher bei qualitativen Ansätzen) oder nach Hypothesen (eher bei quantitativen Ansätzen).

 

Zusammenfassung/Schluss

Dieser Teil der Arbeit liefert eine Zusammenfassung und Diskussion der zentralen Befunde.

Dazu gehören auch ein Rückbezug zur Theorie sowie eine reflektierte Einordnung der Ergebnisse vor dem Hintergrund der Forschungsfrage.

Es kann dabei auch die Bedeutung der Ergebnisse für die Wissenschaft und/oder Praxis verdeutlicht werden.

Leifragen

  • Was habe ich herausgefunden?
  • Wurde eine eindeutige Antwort gefunden?
  • Lässt sich ein Vergleich zu früheren Studien ziehen?
  • Welche Bedeutung haben meine Ergebnisse für die Wissenschaft?
  • Welche Fragen bleiben offen und welche neuen Forschungsfragen ergeben sich?

|nach oben

 

Einfluss auf den Aufbau der Abschlussarbeit

Die vorgestellte Gliederung dient als allgemeingültige Leitlinie.

Ebenso können Studien mit vergleichbaren Forschungsschwerpunkten einen Anhaltspunkt bieten
(→ Gliederungsbeispiele).

Die genaue Struktur der Arbeit ist jedoch vor allem abhängig von der konkreten Forschungsfrage. Diese bestimmt auch Umfang sowie Ausgestaltung der einzelnen Gliederungspunkte.

Schließlich müssen immer auch interne Regeln/ Vorgaben der Universität/ des Instituts beachtet werden (→ Leitfaden für Abschlussarbeiten der Journalistik KU Eichstätt).

wie-finde-ich-die-gliederung-meiner-abschlussarbeit

Wie finde ich die Gliederung meiner Abschlussarbeit?

|nach oben

 

Hinweise für eine gute Arbeit

Formale Kriterien

  • Orthographie, Interpunktion, Syntax sollen sorgfältig geprüft werden.
  • Das Literaturverzeichnis sowie die Zitation sollen vollständig, korrekt und einheitlich sein.
  • Gleichartige Details sollen nach Möglichkeit in Tabellen zusammengefasst werden (Bezug auf die Tabellen im Text nicht vergessen).
  • In Tabellen muss stets die Fallzahl mit angegeben werden.

 

Inhaltliche Kriterien

  • Es sollen nur Hypothesen aufgestellt werden, die man auch testen kann.
  • Hintergrundmaterial sowie Nebenaspekte dürfen den eigentlichen Forschungsgegenstand nicht quantitativ oder  argumentativ überdecken.
  • Zentrale Termini müssen definiert/erläutert und richtig angewendet werden.
  • Das Vorgehen sowie die Auswahl der statistischen Verfahren sollte immer begründet und gut dokumentiert werden.
  • Die Auswertung von Daten und die anschließenden Interpretation der Ergebnisse ist besonders wichtig, da daran oft der Wert der Untersuchung gemessen wird.
  • Begründungen müssen Erklärungen beinhalten (es reicht nicht, einen Zusammenhang zu nennen, sondern es muss erläutert werden, warum es zu dem Zusammenhang kommen soll).
  • Wichtig ist eine kritische Haltung: Auch Probleme im Feld oder Zweifel hinsichtlich der Validität von Ergebnissen können und sollen angeführt werden.
  • Kurze Überleitungen zu folgenden (Teil-)Kapiteln sind ratsam.

Tipp: Es empfiehlt sich auch beim Betreuer selbst nachzufragen. Dieser kann individuelle Hinweise geben oder übergibt seinen persönlichen Bewertungsbogen. (Für ein Beispiel eines Bewertungsbogens für eine empirische Arbeit siehe Steudel 2011: 22.)

 

|nach oben

 

Gliederungsbeispiele

Bachelorarbeiten KU Eichstätt, Journalistik

• B.-H. M. Alfing, 2015:
Skandalereignis oder Skandalberichterstattung? – Eine quantitative Inhaltsanalyse kirchlicher und weltlicher Printerzeugnisse im Fall Tebartz-van Elst.

• I. Schuttermaier, 2016:
Die Darstellung von Journalistinnen in aktuellen Hollywood Komödien

 

Literatur

Atteslander, Peter (2010): Methoden der empirischen Sozialforschung. 13., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin: Schmidt. (Insbesondere Kap.1.4., Kap.9.4.)

Baur, Nina/Blasius, Jörg (Hrsg.) (2014): Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung. Wiesbaden: Springer VS. (Insbesondere Kap.15, Kap.16)

Beller, Sieghard (2004): Empirisch forschen lernen. Konzepte, Methoden, Fallbeispiele, Tipps. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Bern: Hans Huber. (Insbesondere Kap.7)

Brosius, Hans-Bernd/Haas, Alexander/Koschel, Friederike (2012): Methoden der empirischen Kommunikationsforschung. Eine Einführung. 6., erweiterte und aktualisierte Auflage. Wiesbaden: Springer VS. (Insbesondere Kap.7.4.6, Kap.7.4.7, Kap.15.3.6)

Döring, Nicola/Bortz, Jürgen (2006): Forschungsmethoden und Evaluation. Für Human- und Sozialwissenschaftler. 4., überarbeitete Auflage. Heidelberg: Springer. (Insbesondere Kap.2.7)

KU Eichstätt, Journalistik (2017). Leitfaden für Abschlussarbeiten: Bachelor und Master. Stand: November2016.

Meyen, Michael/Löblich, Maria/Pfaff-Rüdiger, Senta/Riesmeyer, Claudia (2011): Qualitative Forschung in der Kommunikationswissenschaft. Eine praxisorientierte Einführung. Wiesbaden: VS Verlag. (Insbesondere Kap.7)

Steudel, Katja (2011): Leitfaden zur Abfassung von empirischen Forschungsarbeiten. (Insbesondere Kap.2). Zugriff am 06.12.2016.

 

|nach oben